Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Sie haben endlich die Einladung um Vorstellungsgespräch erhalten. Wenn der Tag der Tage gekommen ist, gehen Sie unbedingt sicher, dass Sie pünktlich zum Termin erscheinen. „Pünktlich“ bedeutet in diesem Fall nicht auf die Minute genau, oder eine halbe Stunde früher, sondern fünf bis höchstens zehn Minuten vor der vereinbarten Uhrzeit. Sollten Sie doch früher da sein, machen Sie einen kurzen Spaziergang oder gehen Sie im Auto noch einmal Ihre Notizen durch. Wenn Sie nämlich eine halbe Stunde, 20 oder 15 Minuten vor dem Bewerbungsgespräch bereits Däumchen drehend im Foyer sitzen, bringen Sie Ihre Gesprächspartner unnötig unter Druck, was überkorrekt oder unsympathisch wirken könnte. Und der erste Eindruck ist bekanntlich bleibend- für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

 

Und um diesen ersten guten Eindruck zu hinterlassen,

  • wählen Sie die richtige Kleidung. Was in dem jeweiligen Unternehmen als angemessen empfunden wird, hängt stark von der Branche, der Kultur und Tradition im Betrieb sowie dessen Größe ab. In einem konservativen Großindustrieunternehmen ist eher zum schicken Look der gut sitzende Anzug für Herren und das Kostüm oder die schwarze Stoffhose mit Bluse für Damen angebracht. Ebenso in Branchen wie Bankenwesen oder Versicherungsgesellschaften. In start ups oder anderen kreativen Unternehmen wird die Kleidung hingegen legerer gehalten: Hier tut es vielleicht auch die schwarze Jeans mit Hemd oder in Extremfällen können Sie sogar im einfarbigen T-Shirt mit Sneakers kommen. Was zum Unternehmen passt, finden Sie beispielsweise bei einem Blick auf die Webseite und in die sozialen Netzwerke des Unternehmens heraus.
  • erscheinen Sie natürlich frisch geduscht, gepflegt und ausgeruht. Lassen Sie im Hochsommer das Fahrrad lieber stehen, wenn Sie dann verschwitzt und mit „Helmabdruck“ erscheinen würden. Machen Sie sich – wenn Sie noch ausreichend Zeit haben – noch einmal kurz auf der Toilette frisch, wo Sie aufgrund der Aufregung vielleicht sowieso vor dem Bewerbungsgespräch hin müssen – aber bitte nicht mit Deo, Parfüm, Makeup & Co übertreiben.
  • nehmen Sie eine neuwertige Bewerbungsmappe mit frisch ausgedruckten Unterlagen (im Lebenslauf das aktuelle Datum), das hinterlässt stets einen guten Eindruck. Auch ein Papierblock, oder sogar ein schickes Schreibetui und ein neutraler Stift (kein Werbegeschenk eines konkurrienden Unternehmens, bei dem Sie sich grad vorstellen)  für Notizen zeugen von Interesse- allerdings sollten Sie sich solche dann auch tatsächlich machen.
  • nehmen Sie eine aufrechte und selbstbewusste Körperhaltung ein und setzen Sie Ihr strahlendstes Lächeln auf.
  • blicken Sie Ihrem Gegenüber beim Handshake unbedingt in die Augen, achten Sie auf einen festen, aber nicht zu festen Händedruck, und stellen sich mit Vor- und Nachname vor.
  • seien Sie authentisch, aber gut gelaunt. Jeder erfahrene Personaler merkt sofort, wenn Sie sich verstellen. Dennoch müssen Sie natürlich nicht jedem Gedanken freien Lauf lassen oder sich darüber aufregen, wie kompliziert es war, einen der raren Parkplätze in der City zu ergattern. Präsentieren Sie sich gelassen, zugänglich und ehrlich, aber überlassen Sie den „Profis“ die Führung des Gesprächs, anstatt es selbst in die Hand nehmen zu wollen.
  • bedanken Sie sich kurz für die Einladung und erwähnen Sie ruhig, dass Sie sich sehr über diese gefreut haben. Wertschätzung und Höflichkeit haben schließlich noch nie geschadet – zumindest, solange Sie es nicht übertreiben.

Nach der ersten Begrüßung werden Sie in den Besprechungsraum geführt – den ersten und bleibenden Eindruck haben Sie jetzt bereits hinterlassen, jetzt geht es "nur" noch darum, fachlich und persönlich zu punkten.